Perfekter Saisonabschluss f├╝r Patric Niederhauser im ADAC GT Masters

Patric Niederhauser kr├Ânte seine erfolgreichste Saison im Motorsport mit einem Sieg im Finalrennen des ADAC GT Masters 2019. Gemeinsam mit Teamkollege Kelvin van der Linde sicherte er HCB-Rutronik Racing den Titel in der Teamwertung der hart umk├Ąmpften Serie. Rund 25.000 Zuschauer verfolgten das Saisonfinale am Sachsenring.

Mit 0,256 Sekunden Vorsprung holte van der Linde im Qualifying am Sonntagmorgen eine ├╝berlegene Pole Position. Diese perfekte Ausgangslage verwandelte das HCB-Rutronik Racing-Duo in einen ungef├Ąhrdeten Start-Ziel-Sieg. Es war der dritte Triumph in dieser Saison f├╝r die bereits am Hockenheimring gek├╝rten Meister.

Die 25 Punkte f├╝r den Sieg brachten HCB-Rutronik Racing zur├╝ck an die Spitze der Teamwertung, die sie nach dem Samstagsrennen vor├╝bergehend eingeb├╝├čt hatten. Somit feierte der Neuling im ADAC GT Masters in seiner ersten Saison den Fahrer- und den Teamtitel.

Der Jubel ├╝ber die beiden Erfolge machte das bittere Ende des Samstagsrennens vergessen. Bis wenige Runden vor Schluss lag van der Linde auf Platz sechs und k├Ąmpfte um ein Top-5-Resultat, als er mit einem Reifenschaden nach einer Ber├╝hrung mit einem Konkurrenten die Box ansteuern musste. Mehr als Platz 19 war nach diesem Vorfall nicht drin.

Niederhauser hatte das Rennen von Startplatz 13 aus aufgenommen. Qualifiziert hatte sich der Schweizer auf Position 14. Aufgrund einer Strafe gegen einen Konkurrenten r├╝ckte er jedoch in der Startaufstellung vor. Niederhauser war im Qualifying zum ersten Mal nicht unter den Top-4. Daher liegt sein Schnitt ├╝ber die Saison hinweg bei einem nach wie vor starken vierten Platz.

Im Rennen arbeitete sich Niederhauser bis zum Fahrerwechsel unter anderem dank eines starken Starts bis auf Rang sieben nach vorne. Trotz der 30 Kilogramm Erfolgsballast hatte der Audi R8 LMS GT3 eine solide Pace. Durch die Ber├╝hrung mit dem Konkurrenten verpassten Niederhauser und van der Linde erst zum zweiten Mal in dieser Saison die Punkter├Ąnge. Ihre beeindruckende Saisonbilanz tr├╝bt dieses Ergebnis also keineswegs. Drei Siege, insgesamt sieben Podestpl├Ątze und drei Pole Positions sprechen f├╝r sich.

Niederhauser kommt nach dem Titelgewinn gar nicht mehr aus dem Feiern heraus. In wenigen Tagen, am 8. Oktober um genau zu sein, feiert er seinen 28. Geburtstag.

Herzlichen Gl├╝ckwunsch zum dritten Sieg in dieser Saison und zum Titelgewinn f├╝r HCB-Rutronik Racing!

Danke! Es h├Ątte nicht besser laufen k├Ânnen. Es war ein perfekter Tag. Es ist super, die Saison mit einem Sieg abzuschlie├čen und au├čerdem die Teammeisterschaft einzufahren. Ich bin wunschlos gl├╝cklich. Mein letzter Stint war nicht so einfach, wie es von au├čen aussah. Nat├╝rlich hatte ich nicht viel Druck von hinten, aber die Strecke war sehr dreckig. Daher durfte ich mir keinen Fehler erlauben. Ich musste fokussiert bleiben. Ich habe am Anfang gepusht, um die Konzentration hoch zu halten, aber danach konnte ich es richtig genie├čen. Es war ein sch├Ânes Gef├╝hl, nach dem Fahrertitel auch den Sieg in der Teamwertung einzufahren. Die Freude im ganzen Team war riesig, alle hatten Tr├Ąnen in den Augen. Es war noch einmal sehr emotional.

Im Qualifying warst du zum ersten Mal in dieser Saison nicht unter den Top-4. Was war los?

Es war ein schwieriges Qualifying am Samstagmorgen. Die Mischbedingungen waren echt knifflig. Es hat nicht alles gepasst. Mir ist nicht alles so gelungen, wie ich das wollte. Es waren einfach viele ungl├╝ckliche Faktoren, die zusammenkamen. Deswegen hat es nur f├╝r Platz 14 gereicht. Aber mein Schnitt ist immer noch ganz gut.

Au├čerdem hast du das nicht ganz optimale Qualifying beim Rennstart schnell wieder wettgemachtÔÇŽ

Ich war kurz nach dem Start schon auf Position zehn. Ich habe mich gut durch das Get├╝mmel geschl├Ąngelt. Bislang war die Startphase eher meine Schw├Ąche, weil ich etwas scheu an das Ganze herangegangen bin. Aber hier wusste ich, dass wir nichts zu verlieren haben. In den folgenden Runden bin ich auf Platz acht vorgefahren und dann hat sich ein Konkurrent vor mir gedreht. Dadurch habe ich noch eine Position gewonnen. Ich konnte die Pace meiner Vorderleute nicht ganz mitgehen, da wir 30 Kilogramm Zusatzgewicht f├╝r den Sieg auf dem Hockenheimring an Bord hatten. Aber immerhin habe ich einen starken Konkurrenten hinter mir gehalten.

In der zweiten Rennh├Ąlfte wurde es dann noch einmal richtig spannendÔÇŽ

Ich wusste, ich muss das Auto auf Platz sieben an Kelvin ├╝bergeben und hatte gehofft, dass wir mit dem Boxenstopp noch den einen oder anderen ├╝berholen. Das war leider nicht der Fall. Es ist trotzdem ein Mega-Rennen gewesen. Kelvin ist unglaublich stark gefahren. Er ist ein Vollblutracer. Er riskiert auch mal was. In der Situation, die zum Reifenschaden f├╝hrte, hat er meines Erachtens nichts falsch gemacht. In Kurve zw├Âlf ist ihm ein Konkurrent in die Seite gefahren. Kelvin hat versucht, au├čen zu ├╝berholen und war schon fast vorbei. Er hat dann hinten links einen Schlag bekommen, was einen Reifenschaden ausgel├Âst hat. Es war einfach Pech. Wir hatten dieses Jahr wenig Pech – jetzt war es eben mal soweit.

Du hast das Ganze aus der Kommentatorenbox von SPORT1 heraus verfolgt. Wie war es als Co-Kommentator neben Patrick Simon?

Es war eine coole Erfahrung, aber auch etwas schwierig, denn ich fahre grunds├Ątzlich lieber als zuzuschauen. Ich konnte es diesmal aber ein wenig genie├čen. Kelvin war viel im Bild, weil er in viele Zweik├Ąmpfe involviert war. Ich hab gerne mit ihm mitgefiebert. Ich glaube allerdings, dass Kommentieren nicht meine gr├Â├čte St├Ąrke ist. Ich habe versucht, neutral zu bleiben, auch bei Kelvins Zweik├Ąmpfen. Patrick Simon war sehr fair zu mir und hat mich unterst├╝tzt. Es hat auf jeden Fall Spa├č gemacht.

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